INVISIBLE 22. Mai 2008 - 28. Juni 2008
Julien Clauss & Lynn Pook
Immunsystem (dreiteilige, mixed-media Rauminstallation)


Lynn Pook & Julien Clauss, Immune Protection Kit, Anzug aus metallbeschichteter Polyesterfolie, Schnittmusterdesign: Sarah Veillon, © 2008

"Die Moderne ist ein vorgeblich vom Pragmatismus betreutes, de facto aber weitgehend unkontrolliertes Freiluftexperiment mit der gleichzeitigen und sukzessiven Einführung einer undefinierten Anzahl von Innovationen in die Zivilisation."
Peter Sloterdeijk nach Jacques Poulain

In der dreiteiligen mixed-media Rauminstallation
Immunsytem, bestehend aus den Arbeiten Reflection, Chambre Claire und Immune Protection Kit, beschäftigen sich die KünstlerInnen Julien Clauss und Lynn Pook mit der sich zunehmend verändernden Umwelt, in welcher der Mensch heute vor neue Anforderungen der Anpassung gestellt ist, die im Zuge der sukzessiven Einführung technischer Neuerungen entstanden sind. INVISIBLE versucht den Blick auf philosophische, medizinisch-technische und damit auch realpolitische Fragen zu lenken und vor dem Hintergrund der künstlerischen Arbeit das genannte Phänomen interdisziplinärer und künstlerisch-spartenübergreifend zu bearbeiten und zu diskutieren.

Der Werktitel
Immunsystem ist hier nicht nur im rein medizinischen Sinne zu verstehen, sondern nach Sloterdijk auch im soziologischen. Das heißt, der Mensch hat ein individuelles und ein kollektives Immunsystem, ein psychisches und ein physisches, das er ausbildet, um in jeder neuen Umwelt zurecht zu kommen.

Es sind oftmals unsichtbare Phänomene wie elektromagnetische Felder, die den Menschen omnipräsent umgeben und auf seinen Organismus Einfluss nehmen. So sind aus dieser Wahrnehmung heraus verschiedene Kulturpraktiken zum Schutz vor den elektromagnetischen Wellen entstanden, wie sie permanent von Sendemasten, Mobiltelefonen, Radios und Internet-Routern erzeugt werden. Immer ist der Umgang mit Innovationen von einer Informationsflut und von Unsicherheit begleitet.

Die erste Arbeit
Reflection besteht aus einem 2 x 2 m großen transparenten Kubus aus dünnem handgestrickten Kupferdraht, der von der Decke hängt und einen Faradayschen Käfig bildet. Die Arbeit verweist auf das Bedürfnis nach einem Rückzugsort und die gleichzeitige Unmöglichkeit eines permanenten Schutzraumes vor der unsichtbaren, vermeintlichen Gefahr. Während die ästhetische Form des Kubus, die Schönheit und das Gewandhafte seiner glänzenden Struktur, zunächst positive Gefühle offenbart sich auf den zweiten Blick die ambivalente Seite des Objekts. Seine Deutung als Käfig verweist auf ein mentales wie reales, physisches Gefangensein, denn die Funktion des Kubus als Schutzraum ist aus einer diffusen Unsicherheit heraus geboren.

Die Soundinstallation
Chambre Claire kann als auditive Metapher für die Gegenwart der unsichtbaren elektromagnetischen Felder verstanden werden. Ein 8-Kanal-Sound-System gibt einen Ton wieder, der den Raum von allen Seiten in unterschiedlicher Geschwindigkeit durchläuft. Einerseits entsteht in dem Klangraum eine angenehme, ummantelnde Atmosphäre; andererseits hat der Rezipient den Eindruck, dass die Klänge mühelos durch den Körper hindurch strömen.

Die dritte Arbeit hat den bereits aussagekräftigen Titel:
Immune Protection Kit (IPK). Das IPK ist ein Schutzanzug, der seinen Träger vor elektromagnetischer Strahlung schützt und auch vor Radarüberwachung unsichtbar macht. Der Anzug wird aus zwei Rettungsdecken gefertigt, die aus metallbeschichteter Polyesterfolie bestehen. Das Schnittmuster wurde von der Modedesignerin Sarah Veillon entworfen. Nicht zufällig ist in dieser Arbeit die Verwendung des existierenden Produkts, einer Rettungsdecke, für das IPK, das als Survival-Set seinem Träger als eine zweite schützende Haut dient.

Allen drei Arbeiten ist die Fragilität des Materials gemeinsam, ebenso wie das Immunsystem ein fragiler Schutz vor der Umwelt ist. So scheinbar durchlässig und zart wie
Reflection, so ephemer, so flüchtig ist das Chambre Claire und so leicht zerstörbar ist das Material des Immune Protection Kit. Gleichzeitig sind die Arbeiten auch aufgrund ihrer jeweiligen Materialität und deren Eigenschaften "Invisible". Die Struktur des Materials, die Durchlässigkeit, das Glänzende macht sie für die fotografische Abbildung nahezu unbrauchbar. Es sind oszillierende Installationen, sie sind nicht zu fixieren, nie eindeutig. Unfassbar, in ihrer Gestalt, wie ihrer Deutung.


PROGRAMM

Mittwoch, 21. Mai 2008, 19 Uhr
FIELD VERNISSAGE UND PERFORMATIVE SOUND INSTALLATION
Bulles - Sound - Installation für den öffentlichen Raum

Auf dem benachbarten Fußballfeld wird
Julien Clauss über die Dauer der Vernissage die performative Raum-Klang-Installation Bulles für den öffentlichen Raum zeigen. Bewegte Klänge bilden ein sonores Feld, einen Klangraum von 100 x 60 Metern. Die Eigenschaften der Klänge wie Dichte und Agitation variieren die Konsistenz einer großen Klangblase, die sich über den Platz bewegt.

Die Vernissagegäste können bereits von der Terrasse des Projektraumes FIELD einen ersten Eindruck von der Raum-Klang-Installation gewinnen. Um die Arbeit jedoch körperlich erfahren zu können, werden die Vernissagegäste gebeten, auf das Fußballfeld zu gehen, um über die akustische und physische Wahrnehmung der Sound – Performance ihr Verhältnis zu Klang, Körper und Raum zu ergründen.

Die Freifläche, die hier als eine Folge des II Weltkrieges entstanden ist und jetzt üblicherweise zum Training und Freizeitvergnügen genutzt wird, bildet nun einen eigenständigen, lebendigen und architektonischen Körper, bestehend aus fremden Klängen, die von dem Künstler Julien Clauss synthetisch produziert werden. Durch diese Verwandlung des Fußballfeldes zum Klangraum wird auf den Ort und seine Bedeutung im Alltag verwiesen und auf seine architektonische Sonderstellung inmitten der urbanen Wohngegend aufmerksam gemacht.


Donnerstag, 5. Juni 2008, 19 Uhr
FIELD DISKURSLABORATORIUM
Heimlich – Unheimlich: Unsichtbare Phänomene der Zivilisation

Was ist der Segen und was der Fluch von technischen Neuerungen, die elektromagnetische Strahlen aussenden? Wie beeinflussen Informationsflut und Unsicherheit bezüglich omnipräsenter und unsichtbarer Phänomene unseren Alltag und unsere Wahrnehmung? Institutionen wie der Verbraucherschutz, das Bundesamt für Strahlenschutz , oder das Büro für Technikfolgenabschätzung im Deutschen Bundestag weisen ebenso auf die Bedeutung für die Auseinandersetzung mit dem Thema hin, wie die Beschäftigung mit Geomantie, den "Weissagungen der Erde", hierzu gehört z.B. das chinesische Feng Shui, und der Austausch über das Thema in zahlreichen Internetforen.

Da das eigene Immunsystem in einer neuen Umwelt nicht mehr ausreicht, um sich vor den Nebenwirkungen zivilisatorischer und technischer Neuerungen zu schützen, muss sich der Mensch anpassen, indem er sich künstliche Überlebenshilfen baut. So wie McLuhan den Menschen als Mängelwesen versteht, der diese Mängel mit Prothesen in Form von technischen Erweiterungen seiner Selbst („Extentions of man") zu kompensieren sucht, hat der Mensch bereits technische Prothesen geschaffen, die ihm das Leben nicht nur erleichtern, sondern ihn gleichzeitig vor selbst geschaffene Schwierigkeiten stellen. Muss der Mensch zum Cyborg, jenem Mischwesen aus Mensch und Maschine werden, um in einer überentwickelten hybrid gewordenen Umwelt zu recht zu kommen?

Es werden wieder WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und PraktikerInnen eingeladen, vor dem Hintergrund der künstlerischen Arbeit philosophische, medizinisch-technische und damit auch realpolitische Fragen interdisziplinärer zu diskutieren.

Podiumsgäste:

Dr. Joachim Baumann (Physiker und Wissenschaftsredakteur beim Deutschlandradio Kultur)

Dr. Thomas Götz (Psychiater, Spezialambulanz für Bipolare Störungen, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, TU Dresden)

Helmut Jahraus (Dipl. Soziologe und Dipl. Ingenieur beim Bundesamtes für Strahlenschutz, zuständig für das „Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit“ sowie Fragen der Risikokommunikation)

Kirsten Maar (M.A. vom Sonderforschungebereich "Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste" im Teilforschungsbereich: "Topographien des Flüchtigen. Übertragungsbewegungen zwischen Choreographie - Architektur – Literatur" der Freien Universität Berlin)

Lynn Pook & Julien Clauss (KünstlerInnen)


Samstag, 14. Juni 2008, 20 Uhr / Sonntag, 15. Juni 2008, 18 Uhr
FIELD PERFORMANCE
Traverse
Choreografie:
Anja Weber, Tanz: Anja Weber, Lynn Pook
Eintritt:
4 €, ermäßigt 3 €

Die Tänzerin, Choreografin und Ärztin Anja Weber wird ausgehend von der aktuellen Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Lynn Pook eine Tanzperformance entwickeln.

Die dreiteilige mixed-media Rauminstallation Immunsystem von Julien Clauss und Lynn Pook, bestehend aus den Arbeiten Reflection, Chambre Claire und Immune Protection Kit, verhandelt das Unsichtbare; das, was uns umgibt und selten explizit wahrgenommen wird. Dabei wird der Fokus weg vom rein visuellen, hin zum auditiv-physischen Wahrnehmen gelenkt.

Anja Weber nimmt die räumlich-ästhetischen und sinnlichen, sowie inhaltlichen Impulse auf und spinnt sie mit den Mitteln des Körpers und der Bewegung zu ihrer Performance mit dem Titel Traverse weiter. Bei ihrer Recherche dienen ihr der Raum und die darin installierten Objekte als vorgegebene Struktur, die ein experimentelles Annähern fordert und die Frage nach der Darstellbarkeit des Unsichtbaren im Tanz bedingt.

Tanz und Installation durchdringen sich, Schwellen werden überschritten und die Frage, wo das eine anfängt und das andere aufhört, wird sich in einer Kreisstruktur auflösen, die unendlich fortgedacht werden kann.

Anja Weber (Tänzerin, Choreografin, M.A. phil., Dipl.-Psych., Ärztin) arbeitet choreographisch an der Beziehung von zeitgenössischem Tanz zu anderen Kunstformen (insbesondere elektronischer Musik und bildender Kunst). Sie ist Mitarbeiterin bei TaMeD - Tanzmedizin Deutschland e.V. mit dem Schwerpunkt Neurowissenschaften und Tanz- und Bewegungsforschung.


Samstag, 28. Juni 2008, 19 Uhr
FIELD FINISSAGE PARTY
20:30 Uhr Erdbeerfeld spielen im Live- Konzert "elektroakustische Lieder".
Ab 22 Uhr DJ

Seit 2003 arbeiten
Erdbeerfeld parallel an eigenen Liedern und an interdisziplinären Projektarbeiten. Inspiriert duch die gemeinsame Arbeit mit dem Schweizer Musiker und Raumklangkünstler Andres Bosshard, haben sie sich auf die Verwendung von originalen Raumgeräuschen im musikalischen Arrangement und der mehrdimensionalen Wiedergabe von Musik spezialisiert.

In ihre elektroakustische Performance zur Finissage von
INVISIBLE am 28. Juni 2008 binden Erdbeerfeld im Vorfeld aufgenommene Tonaufnahmen der Klänge der in der Ausstellung präsentierten Arbeiten von Julien Clauss und Lynn Pook ein.
-> www.erdbeerfeld.org

Erdbeerfeld hatten bereits öffentliche Auftritte (Auswahl):
Zu Gast bei der Art Cologne (2003). "Sounds of silence": mehrdimensionales Konzert in einem begehbaren Scherenschnitt von Petra Eichler und Susanne Kessler in Frankfurt (2005). Hörspielprojekt mit Andres Bosshard im Künstlercontainer des "Fremden Senders" (Schiers, CH, 2005). Komposition und Umsetzung der Bühnenmusik für die deutschsprachige Uraufführung des Stückes "Entlegene Inseln" (Autor David Greig, Regie: Wulf Twiehaus) am Staatstheater Mainz (2006).



INVISIBLE - Lynn Pook & Julien Clauss:
Immunsystem wird von der Stiftung Kunstfonds gefördert.




KÜNSTLERBIOGRAFIEN
Lynn Pook
Lynn Pook lebt und arbeitet in Berlin und Marseille. Sie absolvierte 2003 als Bildhauerin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Karin Sander und 2005 ein Medienkunstaufbaustudium an der Staatlichen Hochschule für Gestalltung Karlsruhe. Ihre Installationen wurden in Gruppenausstellungen und Festivals bereits in Deutschland u.a. im ZKM Karlsruhe (2003), auf der Transmediale in Berlin (2004),beim Festival Bonntanzt in der Bundeskunsthalle, Bonn (2004) und dem Festival Sonambiente, Berlin (2006) gezeigt. International wurde Lynn Pook u.a. vom Festival EXIT in MAC Créteil (FR), der WRO -11th International Media Art Biennale, Wroclaw (PL), Donaufestival, Krems (AU), Octopus, in der Maison des Metallos in Paris eingeladen und in der Leonard and Bina Ellen Gallery, Montréal (CA) ausgestellt. Sie wurde 2004 mit ihren audio-taktilen Projekten beim Medienkunstpreiss (SWR-ZKM) nominiert, wie auch bei WRO (PL).

Julien Clauss
French sound artist (French, 1974) lives and works in Marseille and Berlin.
Currently, he is a member of Locus Sonus, a post-graduate Laboratory for Sound art (Ecole Supérieur d’Art d’Aix en Provence, Ecole Nationale Supérieure d’Arts La Villa Arson, Nice). He studied music, acoustics, fluid mechanics and material sciences. In his work, Julien Clauss questions the perception of space and the place the individual takes in his or her physical and political environment. His installations deal with abstraction and fiction and bring the visitor into a state of presence which questions reality.
A few places he has shown his work : "Plasticiens du Web" (with b-l-u-s-c-r-e-e-n), Centre Pompidou, Paris, 2004 (F), Aire de Confluxence, Luxembourg, 2007(L), Villa Arson, Nice, 2007(F), Musée Chagal, Nice (F).

Seit 2005 arbeiten Lynn Pook & Julien Clauss an gemeinsamen Projekten.


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INVISIBLE 22 May 2008 – 28 June 2008
Julien Clauss & Lynn Pook
Immune system
(threepart mixed-media space installation)


Lynn Pook & Julien Clauss, Immune Protection Kit, pattern design : Sarah Veillon, © 2008

“Suppositiously supervised by pragmatism, Modernity is in fact a more or less uncontrolled open air experiment, characterised by the simultaneous and gradual introduction of an undefined number of innovations into civilisation.”
Peter Sloterdeijk according to Jacques Poulain

In their threepart mixed-media space installation Immune system, comprised of the three works Reflection, Chambre Claire and Immune Protection Kit, the artists Julien Clauss and Lynn Pook deal with an increasingly changing environment, in which people today are confronted with new challenges of adaptation, arising from the gradual introduction of technical innovations. INVISIBLE is an attempt to direct the focus to philosophical, medical-technical, and therefore also real political questions and to work with and discuss the aforesaid phenomenon in an artistic-interdisciplinary way against the background of the art works.

The work title Immune system is not meant to be understood in a mere medical sense, but also according to Sloterdijk in a sociological sense. This means, humans have an individual and a collective, a psychological and a physical immune system, which is expressed to help cope with each new environment.

Oftentimes one have to deal with invisible phenomena like electromagnetic fields that surround the human being in an omnipresent way and take influence upon his organism. Following from this perception, different cultural practices have evolved to offer protection from electromagnetic waves, as they are permanently being radiated from aerial masts, mobile phones, radios, and internet routers. The handling of innovations is always accompanied by a flood of information and by insecurity.

The first work, Reflection, consists of a 2 x 2 m large transparent cube made of thin hand-knitted copper wire that is suspended from the ceiling to form a Faraday cage. The work refers to the need for a place of retreat and the concurrent impossibility of a permanent shelter from invisible, supposed dangers. While the aesthetic form of the cube, the beauty and garment-like quality of its shiny structure initially evoke positive feelings, the ambivalent side of the object is revealed only on a second glance. Its interpretation as a cage refers to a mental as well as real, physical state of being captured, since the function of the cube as a shelter developed from a diffuse feeling of insecurity.

The sound installation Chambre Claire can be understood as an auditory metaphor for invisible electromagnetic fields. An 8-channel-sound-system creates a sound that travels through the room at different speeds. On the one hand, a comfortable, mantling atmosphere is created; on the other hand, the recipient gains the impression that the sounds flow effortlessly through his or her body.

The third work bears the telling title Immune Protection Kit (IPK). The IPK is a protection suit that wards off electromagnetic radiation and makes the wearer invisible to radar control. The suit is manufactured from two space blankets made of metal-coated polyester. The cutting pattern was developed by the fashion designer Sarah Veillon. It was not without intention that an existing product, the space blanket, was used for the IPK, which in its function as a survival set provides its wearer with a second, protective skin.

Common to all three works is the fragility of material, just as the immune system is but a fragile protection from the environment. In the same way as Reflection is seemingly penetrable and frail, so ephemeral and fleeting is Chambre Claire and so easily destructible is the material of the Immune Protection Kit. At the same time, the works are in a sense “invisible” due to their specific materiality and characteristics. The structure of the material, its penetrability, its shimmering quality makes the works unfit for photographic reproduction. The works are oscillating installations, not easy to locate, never unambiguous. Inapprehensible in shape, as well as in interpretation.


PROGRAMME

Wednesday, 21 May 2008, 7 pm
FIELD OPENING AND PERFORMATIVE SOUND INSTALLATION
Bulles Sound – Installation for public space

During the opening event, Julien Clauss will show the performative space-sound-installation Bulles for public space on the neighboring football ground. Synthesized sounds create a huge cloud of sound that travels across the pitch. The moving sounds form a sonorous field, a sound-space measuring 100 x 60 meters. The qualities of the sounds like density and agitation vary the consistency of this huge cloud of sound as it travels across the pitch.

The guests of the opening can gain a first impression of the space-sound-installation from the patio of the project space FIELD, but they are asked to access the football ground, in order to explore the immediate aural–bodily perception of the installation, its relationship to sound, body and space.

The open space, a result of the 2nd World War that is used for training and leisure activities today, now forms an independent, animated and architectural body, composed of strange sounds that are produced synthetically by the artist. By means of this transformation of the football ground into a soundscape, the work draws attention to the space and its everyday function, as well as its extraordinary architectural position in the midst of an urban residential neighborhood.


Thursday, 5 June 2008, 7 pm
FIELD DISCOURSLAB
Canny – Uncanny: Invisible phenomena of civilization

How big is the blessing and how big the curse of technical innovations that radiate electromagnetic waves? In which way does the flood of information and the insecurity related to omnipresent and invisible phenomena affect our everyday life and our perception? Institutions like consumer protection, the Bundesamt für Strahlenschutz (Federal Office for Radiation Protection), or the Büro für Technikfolgenabschätzung im Deutschen Bundestag (Office for the Assessment of the Consequences of Technical Development) demonstrate the importance of dealing with this topic just as much as the occupation with geomancy, the “divination of the earth”, which comprises for example Feng Shui, and the exchange on this topic in numerous internet fora.

As the human immune system does not suffice in this new environment to protect the body from side-effects of civilizing and technical innovations, humans are forced to adapt by developing artificial survival-aids. Just as McLuhan understands the human being as deficient by nature, dependent on prostheses to compensate its deficiency, humans have already developed technical prostheses which not only help facilitate life but also confront us with self-inflicted difficulties. Do humans have to become cyborgs, those hybrid creatures, half human, half machine, in order to cope with an over-developed hybrid environment?

Once again, scientists, artists and practitioners will be invited to discuss philosophical, medical-technical, and therefore real political questions in an interdisciplinary exchange against the background of the art works.


Invited guests:

Dr. Joachim Baumann (physicist and science editorial journalist at Deutschlandradio Kultur)

Dr. Thomas Götz (psychiatrist, Ambulance for bipolar disorders, clinic for psychiatry and psychotherapy, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, TU Dresden)

Helmut Jahraus (Graduate sociologist and graduate engineer at the Bundesamtes für Strahlenschutz, responsible for the “Action Programme Environment and Health” as well as questions of risk communication)

Kirsten Maar (M.A., researching in "Aesthetic experiance in sense of unlimited arts" in the specific field of "Topography of the ephemeral transmission - motion between choreography - architecture – literature" at the Freie Universität)

Lynn Pook & Julien Clauss (artists)

Talk held in German.


Saturday, 14 June 2008, 8 pm / Sunday, 15 June 2008, 6 pm
FIELD PERFORMANCE
Traverse
Choreography:
Anja Weber, Dance: Anja Weber, Lynn Pook
Admission fee: 4 €, reduced 3 €

In Cooperation with the artist Lynn Pook the dancer, choreographer und medical doctor Anja Weber will create a dance performance titled Traverse.

The threepart mixed-media space installation Immune system by Julien Clauss and Lynn Pook, comprised of the three works Reflection, Chambre Claire and Immune Protection Kit, deals with the Invisible; what is surrounding us, but rarely explicit perceived. Thereby the focus deflects from a purely visual to an audio-physical mode of perception.

Anja Weber will pick up the spatial-aesthetic and sensual, as well as the thematic impulse of the installation and expand on the idea in her performance with the title Traverse using the means of the body and movement. In her research, the room and the installed objects will serve as a structure, requiring an experimental approach and conditioning the question of how one can express the invisible in dance.

Dance and installation interfuse, boundaries are crossed, and the question as to where one begins and the other stops will dissolve in a circle structure that can be thought on endlessly.

Anja Weber (dancer, choreographer, medical doctor) works from a choreographic point of view on the relation between contemporary dance to other art forms (especially electronic music and visual arts). She is a member of TaMed – Tanzmedizin Deutschland e.V. with the emphasis on neuro science and dance and movement studies.


Saturday, 28 June 2008, 7 pm
FIELD FINISSAGE PERTY

8:30 pm Erdbeerfeld will play “electro-acoustic songs” in a live concert, into which they will integrate sound recordings from the exhibition.
-> www.erbeerfeld.org
From 10 pm on: DJ

Since 2003 Erdbeerfeld have been working on their songs next to interdisciplinary projects. Inspired by the conjoined work with the Swiss musician and space-sound-artist Andreas Bosshard, they have specialized on the use of original space sounds in their musical arrangements and a multi-dimensional playback of music.

For their electro-acoustic performance at the finissage of INVISIBLE on June 28th 2008, Erdbeerfeld will integrate sounds previously recorded from the works by Julien Clauss and Lynn Pook presented in the exhibition.

Public performances by Erbeerfeld (selection):
Invited guests at the Art Cologne (2003). “Sounds of Silence”: multi-dimensional concert in an accessible cut-out silhouette by Petra Eichler and Susanne Kessler in Frankfurt (2005). Audio-book project with Andreas Bosshard at the Künstlercontainer (artist container) of the “Fremder Sender” (Schiers, CH, 2005). Composition and realization of the stage music for the German premier of “Entlegene Inseln” (“Outlying Islands”), (author David Greig; stage direction Wulf Twiehaus) at the Staatstheater Mainz (2006).



INVISIBLE - Lynn Pook & Julien Clauss: Immune system is kindly supported by Stiftung Kunstfonds.




ARTIST’s CVs
Lynn Pook
Lynn Pook lives and works in Berlin and Marseille. She graduated in 2003 as a sculptor from the Kunsthochschule Berlin-Weißensee (Art Academy Berlin-Weißensee), where she had been student in the class of Karin Sander. She followed up with a postgraduate degree in media art from the Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe in 2005. Her installations have been shown in group shows and at festivals in Germany, among other venues at the ZMK Karlsruhe (2003), the Transmediale in Berlin (2004), the festival Bonntanzt at the Bundeskunsthalle, Bonn (2004), and the festival Sonambiente, Berlin (2006). Internationally, Lynn Pook was invited to the festival EXIT in MAC Créteil (FR), the WRO ß11th International Media Art Biennial, Wroclaw (PL), Donaufestival Krems (AU), and Octopus, at the Maison des Metallos in Paris, and she was exhibited at the Leonard and Bina Ellen Gallery, Montréal (CA). In 2004 she was nominated for her audio-tactile installations for the Media Arts Prize (SWR-ZMK), as well as for WRO (PL).

Julien Clauss
French sound artist (French, 1974) lives and works in Marseille and Berlin.
Currently, he is a member of Locus Sonus, a post-graduate Laboratory for Sound art (Ecole Supérieur d’Art d’Aix en Provence, Ecole Nationale Supérieure d’Arts La Villa Arson, Nice). He studied music, acoustics, fluid mechanics and material sciences. In his work, Julien Clauss questions the perception of space and the place the individual takes in his or her physical and political environment. His installations deal with abstraction and fiction and bring the visitor into a state of presence which questions reality.
A few places he has shown his work : "Plasticiens du Web" (with b-l-u-s-c-r-e-e-n), Centre Pompidou, Paris, 2004 (F), Aire de Confluxence, Luxembourg, 2007(L), Villa Arson, Nice, 2007(F), Musée Chagal, Nice (F).

Since 2005 Lynn Pook & Julien Clauss have been working on common projects.



Antenne de la station de BOULOGNE-SUR-MER, 1918
L'image est issue du livre "La télégraphie sans fil" de L. FOURNIER édition vers 1918/20 Librairie GARNIER Frères - Paris